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  Von G. Wandt und T. Mielke

Am 20. Dezember wird der längste Bauabsc...
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Das Projekt wird
vom Regional-
management Ober-
lausitz begleitet und aus Mitteln der GA 'Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur' durch das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit finanziert.
02.06.13
Freie Fahrt über die neue Neißebrücke
 
Von Holger Gutte

Seit Sonnabend gibt es eine schnelle Verbindung in Richtung Liberec. Das hilft Oberlausitzer Firmen.

Trotz des unaufhörlichen Dauerregens gehört Michael Hiltscher am Sonnabend zu den glücklichsten Menschen an der Neiße. Fast jeder reicht an diesem Tag Zittaus Bürgermeister zur Einweihung der Grenzbrücke über die Neiße die Hand – zum Gruß und als Glückwunsch. Das Mikrofon ergreifen und eine glühende Rede für den Bau der Straße halten – wie schon so oft geschehen – wird der Vorsitzende der Interessengemeinschaft für den Bau B178neu jedoch nicht. Dafür ist die zahlreich angereiste Politprominenz da. „Ich freue mich. Wir machen heute einen wichtigen Schritt für ein gutes Ziel“, sagt Michael Hiltscher. Noch kurz vor der Einweihung der 180 Meter langen Brücke haben Speditionen bei ihm am Sonnabend angerufen, ob das Bauwerk auch wirklich schon am Wochenende für den Straßenverkehr freigegeben wird.

Mit dem Spruch: „Was lange währt, wird gut“, spricht ihm der Staatssekretär des Bundesverkehrsministeriums buchstäblich aus dem Herzen. Und Michael Odenwald hat zur Einweihung der Grenzbrücke noch einen Spruch parat, der an diesem 1. Juni treffender nicht sein könnte. „In Deutschland ist es üblich, bei der Einweihung einer Straße oder Brücke zu sagen: Ich übergebe sie in gewaschenem Zustand. Und dafür haben wir heute reichlich gesorgt.“ Rund fünf Millionen Euro hat die Brücke gekostet.

Bei strömendem Regen sind auch viele Bürger und Firmenchefs von deutscher Seite von der Weinau aus kommend über die neue Brücke zum Kreisverkehr nach Sieniawka (Kleinschönau) gelaufen, um bei der Eröffnung dabei zu sein. Über 15 Jahre sind seit der Vorbereitung für die Weiterführung der B178 neu über drei Kilometer polnisches Gebiet bis nach Liberec zur tschechischen E35 vergangen. Selbst nach dem symbolischen Spatenstich für den Brückenbau, den 2004 noch Altbundeskanzler Gerhard Schröder vollzogen hatte, sind bis jetzt zur Eröffnung noch fast zehn Jahre vergangen.

„Aus dem schwarzen Dreieck, wie die Region früher bezeichnet wurde, ist ein grünes Herz der Europäischen Union geworden“, sagt Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich. Er und der Staatssekretär des Bundesverkehrsministeriums sind sich einig, dass es nun auch auf den restlichen Abschnitten der B178 in Deutschland zügig vorangehen muss. „Für die wirtschaftliche Entwicklung der Region werden wir eine bessere Verkehrsanbindung zur Verfügung stellen“, verspricht der Ministerpräsident. Symbolisch räumt er kurz nach 11Uhr gemeinsam mit dem Marschall der Woiwodschaft Niederschlesien, Rafal Jurkowlaniec, und dem Bundesstaatssekretär auf der polnischen Seite der Neiße eine Barriere vor der Brücke weg. Zwei Priester weihen das völkerverbindende Bauwerk ein.

Dann steht der Dienstwagen von Landrat Bernd Lange am günstigsten. So kann er mit seinem Fahrer als erstes Auto die neue Brücke über die Neiße von Deutschland nach Polen überfahren. Und für die Fahrzeugkolonne geht es gleich weiter. Denn kurz darauf wird drei Kilometer weiter beim Kreisverkehr hinter dem tschechischen Hradek die Straßensperrung aufgehoben. Zittau hat somit eine schnellere Anbindung an Liberec.

Und als hätte es diese schnelle Verbindung zwischen Deutschland, Polen und Tschechien schon immer gegeben, rollt schon eine halbe Stunde später auf beiden Seiten der Straßenverkehr über die neue Brücke. So schnell sind die Mitarbeiter der Straßenmeistereien in den drei Ländern gar nicht mit dem Entfernen der Sperrschilder gewesen. Wenig später gibt es hier schon keine überklebten Schilder oder Fahrverbotszeichen mehr.

„Für uns ist das jetzt eine große Erleichterung“, sagt Uwe Göttlich. Der Eibauer Fuhrunternehmer, der seine Spedition in Maltitz bei Weißenberg betreibt, kann seine Brummis nun über die neue Brücke schicken. „Ich fahre täglich mit vier Sattelzügen zwischen einem deutschen Papierhersteller und einer Kartonagenfabrik bei Plzen hin und her“, erzählt der Unternehmer. Bisher mussten seine Sattelzüge einen Umweg über Neugersdorf nehmen. Den vor allem im Winter unbequemen Weg über den „Schöber“ in Tschechien kann er sich jetzt sparen.
 
 
 
 
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